Die DVU muss ihren Weg finden


Hans-Gerd Wiechmanndvu.de im Gespräch mit dem niedersächsischen DVU-Landesvorsitzenden und Strukturbeauftragten für die nördlichen Bundesländer, Hans-Gerd Wiechmann.

dvu.de: Als Strukturbeauftragter der DVU sollen Sie, nach dem Beschluss des Bundesvorstandes Ihrer Partei, den Aufbau der nördlichen Gebietsverbände der DVU unterstützen. Wie sieht die Situation aus?

Hans-Gerd Wiechmann: Die heutige Situation der norddeutschen, von mir betreuten DVU-LV, kann man zurzeit als teilweise befriedigend betrachten. Die LV Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind als funktionsfähige Verbände einzustufen. Bezüglich des LV Mecklenburg-Vorpommern, kann ich im Moment noch keine Aussagen tätigen, da ich die Stellungnahme des dortigen Landesvorsitzenden zur Situation vor Ort gerade erst einmal angefordert habe, damit ich mir einen ersten Überblick verschaffen kann.    

Das gilt ebenso für den LV-Hamburg, der allerdings immer wieder durch Verteilaktionen und Veranstaltungen aufzeigt, dass aktive Mitglieder vorhanden sind und auch den Anforderungen gerecht werden. Hier ist es das Ziel, die vorhandenen und vielversprechenden Aktivitäten noch zu verbessern und zu verstärken, bzw. funktionierende KV zu installieren, die dann dem Landesverband konstruktiver zuarbeiten können.

Die Aufbauarbeit in Schleswig-Holstein ist ebenfalls als vielversprechend und positiv zu bewerten. Hierzu einmal ein Beispiel: Es haben ca. 15 Jugendliche ein gesteigertes Interesse gezeigt, unserer Partei beizutreten. Diese Gruppe Jugendlicher hat für den 17.10. eigenständig ein Lokal angemietet und die Landesvorsitzende Frau Lobocki und meine Wenigkeit eingeladen, dort vor Ort über das Wollen der DVU zu referieren und anschließend eine Diskussionsrunde zu eröffnen. Ich hege die berechtigte Hoffnung, dass wir nach Ende der Veranstaltung dem LV Schleswig-Holstein neue junge Aktivisten zuführen können.

In Niedersachsen haben wir den Mitgliederbestand in einem Jahr um 15% erhöhen können. Es wurden zwei Bezirksverbände neu gegründet. (Lüneburg und Weser-Ems) Ebenfalls waren wir in der glücklichen Lage, aufgrund der Neueintritte mehrere Kreis- und Ortsverbände neu zu installieren. Die Gründung von zwei weiteren KV sind für den Monat Dezember geplant. Monatliche Veranstaltungen der DVU-NDS finden im Saterland, Delmenhorst und Lüneburg statt. Gleichzeitig werden alle zwei Monate öffentliche Kundgebungen durchgeführt werden, die dazu dienen, die gegen uns verhängte Medienblockade zu durchbrechen, um den Bürgern dadurch unsere Präsenz aufzeigen zu können.

dvu.de: Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Basis der DVU politisch aktiver zu machen?

Hans-Gerd Wiechmann: Es ist in der Vergangenheit sträflich versäumt worden, unseren Mitgliedern bewusst zu machen, dass sie in der jetzigen Situation unseres Landes, als national und patriotisch denkende Menschen eine politische Verantwortung tragen. Es muss ihnen klar gemacht werden, dass sie, ohne politisch aktiv zu werden, auch durch ihre Passivität eine Mitschuld an den politischen Gegebenheiten und am Ausverkauf unserer Heimat tragen. Es ist ihnen deutlich aufzuzeigen, dass bei einer weiteren stillen Teilnahmslosigkeit, sie eine Schuld auf sich laden, für die sie sich vor ihren Ahnen und vor allen Dingen vor ihren Nachkommen, irgendwann zu verantworten haben.

Es müssen verstärkt Veranstaltungen, Schulungen und Mitgliederversammlungen durchgeführt werden, damit ein inneres Zusammenrücken erfolgen kann und das Zusammengehörigkeits- und Solidaritätsgefühl untereinander gestärkt wird. Es muss, die von uns beim Bürger immer wieder geforderte Solidaritätsgemeinschaft intern auch vorgelebt werden, um sie dann beim Bürger einfordern zu können. Es liegt einiges an Arbeit vor uns, aber ich sehe diesbezüglich sehr optimistisch in die Zukunft.

dvu.de: Was sagen Sie denen, die meinen, diese Aufbauarbeit sei nach dem schlechten Ergebnis der DVU nicht richtig und würde zur Spaltung der deutschen Rechten führen?

Hans-Gerd Wiechmann: Wer behauptet, dass eine strukturelle Aufbauarbeit der DVU-Verbände, die deutsche Rechte spalten würde, der agiert nicht uneigennützig und mit Sicherheit nicht ohne Hintergedanken. Im Gegenteil, ein Erstarken der DVU ist dringend notwendig, um irgendwann einmal, eine Vereinigung durchführen zu können. Die DVU muss erstarken und ihre eigene Identität finden. Sie wird sich nicht als CDU-Abklatsch aber auch nicht als NPD-light präsentieren. Sie muss ihr eigenes Potenzial und ihre eigenen Ideen ausschöpfen, dann wird ihr auch wieder Erfolg beschieden sein.

Erst dann kann sie sich irgendwelchen Vereinigungsplänen widmen, weil sie nur als gleichberechtigter Partner und was sehr wichtig ist, auf Augenhöhe mit den infrage kommenden Parteien und Gruppierungen verhandeln kann. Alles ander wäre nicht als Fusion, sondern als Eliminierung oder feindliche Übernahme anzusehen. Es ist das legitime Recht einer Partei sich zu strukturieren, dazu bedarf es nicht die Genehmigung der NPD oder einer sonstigen politischen Gruppierung. Wer dieses Recht leugnet und es als Spaltung bezeichnet, der hat seine Hausaufgaben noch nicht gemacht, und ist politisch gesehen als zuverlässiger Partner mit Sicherheit nicht tragbar. Ein jetziger Anschluss der DVU an die NPD, wäre der politische Exitus einer sozialpatriotischen freiheitlichen Partei, nämlich der Deutschen Volksunion.

Ich gebe auch zu bedenken, dass die Richter am Bundesverfassungsgericht im Jahre 2010 ausgewechselt werden, und es steht dann unter Umständen ein neues Verbotsverfahren, dessen Ausgang ungewiss ist, gegen die NPD an. Ich möchte nicht missverstanden werden, denn ich lehne Parteienverbote grundsätzlich ab, aber die aufgezeigte Möglichkeit ist durchaus gegeben. Bei einer jetzigen Fusion mit der NPD würde dann der Staat „zwei Fliegen mit einer Klappe“ schlagen. Das Risiko darf nicht eingegangen werden.

Selbst eine Fusion mit der NPD würde keine Einigkeit bedeuten, sondern lediglich zu einer weiteren Aufsplitterung des rechten Lagers führen. Viele DVU-Mitglieder würden ihre politische Heimat bei den bestehenden, rechten lokalen Bündnissen und Gruppierungen suchen, andere würden sich aus der Politik zurückziehen und nur ein sehr geringer Teil, könnte vielleicht in Erwägung ziehen, zur NPD zu gehen. Allein schon die Mehrheit der DVU-Nordverbände lehnen eine Fusion zu diesem Zeitpunkt mit der NPD strikt ab, diese würden dann geschlossen, die im Norden bestehenden Bündnisse verstärken. Vielleicht stehen auch wieder einige nutzlose Neugründungen an, aber auf jeden Fall würde die Spaltung noch zunehmen und das Ziel eine Einigkeit durch die Fusion DVU/NPD herbeizuführen, wäre weit verfehlt worden.

Wir danken für das Gespräch!

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