
Wir haben uns schon so an das Gerede von der Erderwärmung gewöhnt, daß ein richtig kalter und langer Winter uns offenbar auf dem sprichwörtlichen “kalten Fuß” erwischt. Während sich schlittenfahrende Kinder oder Wintersportler freuen, ist die breite Masse der Menchen von Verkehrsbehinderungen nicht wirklich angetan.
Die FDP — auch als Spaßpartei bekannt — weiß Abhilfe. Sie meint, die Bundesregierung müsse die Länder verpflichten, eine Streusalzreserve bereit zu halten, damit zumindest auf den dem Bund gehörenden Straßen — Autobahnen und Bundesstraßen — der Verkehrsfluß gewährleistet ist. Tatsächlich hört man allerorten, daß Streumittel knapp sind.
In Rostock beispielsweise kam am vergangenen Wochenende der öffentliche Verkehr völlig zum Erliegen. Die Stadt hatte kein Salz mehr. Nur die örtlichen Verkehrsbetriebe hatten vorgesorgt und verfügten noch über eine kleine Reserve, die allerdings angesichts von dort 40 Zentimetern Neuschnee über Nacht nicht wirklich hilfreich war. In Hamburg hat man begonnen, Sand ins Streusalz zu mischen. Obwohl das eigentlich die falsche Beschreibung ist: “Wir mischen 25 Prozent Salz in den Sand”, erklärte ein Sprecher der Stadtreinigung. Sicherlich ist Sand besser als gar kein Streumittel. Aber ein Viertel Salzanteil erscheint nicht gerade üppig.
Damit steht Hamburg sich noch deutlich besser als andere norddeutsche Großstädte. In Celle, Hildesheim, Lüneburg und Osnabrück ging Anfang der Woche gar nichts mehr. Die Kommunen schieben die Verantwortung auf die Lieferanten: Die kämen mit den Nachbestellungen nicht nach.
Das aber ist eine Milchmädchenrechnung. Wenn die Depots hinreichend voll sind, reichen sie den ganzen Winter über, dann sind Nachbestellungen nicht nötig. Und vor allem: Nachbestellungen in der Saison kommen nun mal teurer, als sich in der milden Jahreszeit ausreichend zu bevorraten. Der Preis für Streusalz ist seit Anbruch des Winterwetters um satte 100 Prozent gestiegen.
Daß eine solche Vorratshaltung nicht betrieben wird, liegt an der Geldnot der Städte und Gemeinden. Vorrat dieser Art ist “totes Kapital”. Da aber die Kommunen allesamt verschuldet sind und natürlich auf die Schulden Zinsen zahlen, versucht man, “totes Kapital” zu vermeiden, wo es geht. Was dann letztlich noch teurer kommt.
In so einer Rechnung sind noch nicht einmal Folgekosten enthalten. Jede Stunde Arbeitszeit, die ausfällt, verringert das Bruttosozialprodukt. Jeder Unfall auf glatter Straße erhöht die Versicherungsprämien der Fahrzeughalter — nicht nur des Verursachers des Unfalls, sondern letztlich aller, die eine gesetzliche Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Jeder Mensch, der sich auf spiegelglattem Bürgersteig einen Arm oder ein Bein bricht, produziert zusätzliche Kosten im Gesundheitswesen.
Die FDP mag ihren Vorschlag aus eher populistischen Gründen gemacht haben. Unter dem Strich aber hat sie recht. Rechtzeitige Vorsorge lohnt immer. Aber wenn Politiker und Verwaltungsbeamte nur von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr denken, darf man von ihnen in der Hinsicht wohl nicht allzuviel erwarten.
Bilder: © Rainer Sturm & Pircher Karl, Pixelio
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#1 von Schüler Twistringen unter 24. Februar 2010
Was die FDP macht is’n Witz. Ich bin erst 14 Jahre alt aber überzeugter Anhänger der DVU !!
Ich habe selber schon einigen “Türken” meine Meinung … gezeigt. Macht weiter so !!
grz. Twistringen fast eine ganze Kleinstadt voller Rechten!
Admin: Ich hoffe, dass Du nur Deine politische “Meinung … gezeigt” hast. Alles andere wäre politisch kontraproduktiv und nutzt nur den Herrschenden. Denn verantwortlich an der Misere in Deutschland, sind ausschließlich die Parteien, die uns seit Jahrzehnten regieren.